Im Winterquartier verlangsamen sich Stoffwechsel und Wachstum der meisten Pflanzen deutlich, sodass sie weit weniger Wasser benötigen als während der Vegetationsperiode. Gießen Sie deshalb grundsätzlich seltener und prüfen Sie vor jedem Eingriff die Feuchtigkeit: Stecken Sie einen Finger oder einen Holzstab einige Zentimeter tief in das Substrat, und gießen Sie erst, wenn sich die Erde dort trocken anfühlt. Entscheidend ist außerdem die Temperatur des Wassers – verwenden Sie möglichst zimmerwarmes Wasser, da kaltes Gießwasser die Wurzeln stressen kann. Achten Sie darauf, Staunässe zu vermeiden: Überquellendes Wasser im Untersetzer sollten Sie nach etwa einer halben Stunde entfernen, denn nasse Füße sind im Winter der häufigste Auslöser für Wurzelfäule. Wer unsicher ist, kann das gießen reduzieren und lieber öfter kontrollieren als zu viel zu geben.
Eine wichtige Rolle spielt der Standort. Kühle, Quartier-gudensberg warme Räume nahe der Heizung, wo die Luft trocken ist und die Verdunstung steigt. Bei Temperaturen um zehn bis fünfzehn Grad genügt es oft, alle zwei bis drei Wochen zu wässern; in beheizten Wohnräumen kann der Bedarf etwas höher liegen. Prüfen Sie zudem, ob Ihre Töpfe über ein Abzugsloch verfügen – ohne Abfluss staut sich Wasser besonders leicht. Für Pflanzen mit dicken Blättern oder Sukkulenten gilt: Lieber etwas länger warten, als zu früh zur Gießkanne zu greifen. Auch das Besprühen der Blätter ist im Winter nur bei wenigen Arten sinnvoll und ersetzt kein durchdringendes Gießen. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Pflanze Wasser braucht, dürfen Sie das gießen reduzieren und dem Substrat ruhig ein paar zusätzliche trockene Tage gönnen.

Beobachten Sie Ihre Pflanzen aufmerksam, denn sie zeigen Ihnen, was sie brauchen: Welke, schlaffe Blätter deuten auf Trockenheit hin, während gelbe, matschige Blätter oder ein muffiger Geruch aus dem Topf auf zu viel Feuchtigkeit schließen lassen. Gießen Sie im Zweifel lieber durchdringend, aber selten, statt häufig kleine Mengen zu verabreichen – so bilden sich keine dauerhaft feuchten Zonen im unteren Topfbereich. Lockern Sie zwischendurch die obere Substratschicht leicht auf, damit Luft an die Wurzeln gelangt, und gießen Sie bevorzugt am Vormittag, damit überschüssige Feuchtigkeit bis zum Abend abtrocknen kann. Mit etwas Routine entwickeln Sie schnell ein Gefühl dafür, wann Sie das gießen reduzieren sollten und wann ein Schluck Wasser sinnvoll ist. So kommen Ihre Pflanzen gesund und ohne Fäulnisschäden durch die kalte Jahreszeit.